20.09.2025 Unsere diesjährige Abschlussfahrt führte uns nach Heidelberg
Bei   strahlendem   Sonnenschein   machten   wir   uns   in   der   Früh   auf   den   Weg   nach   Heidelberg.   Als   wir   ankamen,   wurden   wir   schon von drei Guides zur Stadtführung empfangen.
Mit   schönen   Ausblicken   über   den   Bodensee   erreichten   wir   unser   Ziel   bei   den   bekannten   Pfahlbauten   in   Unteruhldingen.   Die Besichtigung   der   Rekonstruktionen   einstiger   Pfahlbaudörfer   macht   eine   seit   fast   100   Jahren   versunkene   Welt   wieder   sichtbar. Die Pfahlbauten verkörpern eine ungewohnte Welt und wirken doch mit ihren Materialien natrlich und vertraut.
Heidelberg   ist   eine   Großstadt   mit   ber   162.000   Einwohnern   in   Baden-Württemberg   und   liegt   direkt   am   Neckar.   Sie   wurde   im Jahr   1196   zum   ersten   Mal   in   einer   Urkunde   erwähnt.   Die   ehemalige   kurpfälzische   Residenzstadt   ist   bekannt   für   ihre malerische   Altstadt ,   ihre   Schlossruine   und   die   Ruprecht-Karls-Universität ,   welche   die   älteste   Hochschule   in   Deutschland   ist. Außerdem ist sie die fünft größte Stadt Baden-Württembergs und auf Platz 50 der größten Städte Deutschlands . Die   Altstadt   ist   der   älteste   Stadtteil   Heidelbergs;   sie   bildet   den   historischen   Kern   der   Stadt.   Dort   befinden   sich   die   meisten Sehenswürdigkeiten,   wie   das   Heidelberger   Schloss.     2004   und   2007   bewarb   sich   Heidelberg   um   eine   Anerkennung   der Altstadt   als   Weltkulturerbe   der   UNESCO.   Dazu   gehören   auch   die   weiter   außerhalb     gelegenen   Gebiete     wie   die   Molkenkur,     der Kohlhof     und   der   Speyerer   Hof.   Zusammen   mit   der   Altstadt   bildet   das   westlich   gelegene   Bergheim,   das   älter   ist   als   die Altstadt,   die   Innenstadt.   Überreste   menschlicher   Besiedlung   lassen   sich   bis   in   die   frühe   Steinzeit   zurückverfolgen.   Bergheim wurde   769   erstmals   im   Lorscher   Codex   urkundlich   erwähnt.   1392   wurde   das   Dorf   Bergheim   aufgelöst   und   die   Bewohner   in   die Residenzstadt Heidelberg zwangsumgesiedelt.
Während der Führung, die sehr ausführlich und hoch interessant war sind einige, die daran nicht teilnahmen, bereits auf einen gemütlichen Trunk gegangen. Der größte und zugleich älteste Stadtteil Heidelbergs ist Kirchheim, das 1920 eingemeindet wurde. Im Jahr 1386 gründete Ruprecht I. die Universität Heidelberg als dritte Hochschule im Heiligen Römischen Reich, gleich nach Prag und Wien . Sie ist die älteste Universität Deutschlands. Von der Herrschaft Ruprecht III. , der im Jahr 1400 zum römisch-deutschen König gewählt wurde, profitierte Heidelberg durch den Bau der Heiliggeistkirche und seine Nachfolger machten die Universität Heidelberg Ende des 15. Jahrhunderts zu einer Hochburg des frühen Humanismus . Im Jahre 1688 und 1693 wurde Heidelberg zweimal im Verlaufe eines Krieges von französischen Truppen eingenommen und komplett verwüstet. Nachdem der Erbfolgekrieg 1697 beendet war, baute man das zerstörte Heidelberg im Stil des Barock auf mittelalterlichem Grundriss wieder auf. Das Heidelberger Schloss, anfangs als Burg konzipiert, wurde später zum Schloss ausgebaut und diente dem Kurfürsten Karl Phillipp III. fast drei Jahrhunderte lang als Residenz. Nachdem das Heidelberger Schloss nach der Zerstörung durch die Franzosen unbewohnbar war und es ohnehin nicht mehr dem barocken Zeitgeschmack entsprach, eine solche Residenz im Bereich des heutigen Stadtteils Bergheim neu zu bauen, scheiterten am Widerstand der Heidelberger Bürgerschaft. Somit entschloss sich der Kurfürst Karl Phillipp III. 1720 seine Residenz nach Mannheim zu verlegen und sich dort ein prunkvolles Schloss zu errichten. Das Heidelberger Schloss aus rotem Neckartäler Sandstein ist heute eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands und das Wahrzeichen von Heidelberg; es zählt zu den meistbesuchten touristischen Sehenswrdigkeiten Europas. Im   Jahr   1777   verlegte   Kurfürst   Karl   Theodor   seine   Residenz   von   Mannheim   nach   München   und   verlor das    Heidelberger    Schloss    noch    mehr    aus    den    Augen.    Teile    der    Räume    wurden    nun    von Handwerksbetrieben    genutzt.    Schon    1767    hatte    man    begonnen,    die    Quader    des    Südwalles    als Baumaterial   für   das   Schwetzinger   Schloss   zu   verwenden.   Im   Jahr   1784   wurden   sogar   die   Gewölbe   im Erdgeschoss    entnommen    und    in    Ottheinrichs    Baus    eingebaut    und    das    Schloss    als    Steinbruch verwendet. Die   Heidelberger   Bürger   holten   aus   dem   Schloss   Steine,   Holz   und   Eisen   zum   Bau   ihrer   Häuser.   Auch Figuren   und   Verzierungen   wurden   abgeschlagen.   August   von   Kotzebue   äußerte   sich   1803   voller Empörung   über   die   Absicht   der   Regierung,   die   Ruinen   abtragen   zu   lassen.   Das   zerstörte   Schloss wurde   Anfang   des   19.   Jahrhunderts   zum   Sinnbild   für   die   patriotische   Gesinnung,   die   sich   gegen   die napoleonische Unterdrückung richtete. Schon   vor   1800   erkannten   Maler   und   Zeichner   in   der   Schlossruine   und   der   bergigen   Flusslandschaft ein   idealtypisches   Ensemble.   Den   Höhepunkt   bilden   die   Gemälde   des   Engländers   William   Turner ,   der sich   zwischen   1817   und   1844   mehrfach   in   Heidelberg   aufhielt   und   etliche   Gemälde   von   Heidelberg und dem Schloss anfertigte. Landschaftsmaler   machten   die   Schlossreste   zum   zentralen   Motiv   ihrer   Gemälde,   in   denen   häufig   das Anmutige der umgebenden Landschaft in Kontrast gestellt wurde zum Feierlich-Dsteren der Ruine. Im Laufe des 19.Jahrhunderts wurde Heidelberg mit seinem Schloss zunehmend bekannt und beliebt. Der Retter des Schlosses war der französische Graf Charles de Graimberg; er war von der Stadt und dem Schloss so begeistert, dass er die restlichen 54 Jahre seines Lebens blieb und in zahlreichen Kupferstichen den Zustand des Bauwerks festhielt.
Lange bevor es in Deutschland eine organisierte Denkmalpflege gab, war er der erste, der sich um den Erhalt und die Dokumentation des Schlosses kümmerte, selbst als bei der aufkeimenden Schlossromantik noch niemand daran dachte, den Verfall des Bauwerks zu unterbinden. Zudem führte er die ersten historischen Grabungen im Schloss durch und wohnte eine Zeit lang im Schlosshof, um zu verhindern, dass die Bürger Heidelbergs Baumaterial für ihre Häuser aus dem Schloss herausbrachten. Angesichts dieser Aktivitäten ist es Graimberg zu verdanken, dass das Schloss noch steht. In seinem Wohnhaus, das heutige Palais Graimberg, legte er aus eigenem Vermögen eine Sammlung von „Altertmern“ zur Geschichte der Stadt und des Schlosses an, die später zum Grundstock des Kurpfälzischen Museums wurde. Die   Frage,   ob   das   Schloss   vollständig   wiederhergestellt   werden   solle,   führte   zu   langen   Diskussionen.   Der   Dichter   Wolfgang Müller   von   Königswinter   machte   sich   im   Jahr   1868   für   eine   vollständige   Erneuerung   stark   und   rief   damit   heftige   Reaktionen hervor,   die   in   der   Presse   und   in   Versammlungen   ausgetragen   wurden.   Aus   dem   Streit   um   den   richtigen   Umgang   mit   der Schlossruine   entwickelte   sich   eine   Grundsatzdiskussion   über   die   Aufgaben   der   Denkmalpflege.   Die   Ergebnisse   dieser   Debatte, die   als   der   „Heidelberger   Schlossstreit“   in   die   Geschichte   eingegangen   sind,   prägten   die   Prinzipien   der   Bewahrung   historischer Bauwerke nachhaltig. Zum   Mittagessen   trafen   wir   uns   im   Gasthaus   Zum   Weißen   Schwanen,   wo   wir   gemeinsam   gut   gegessen   haben.   Anschließend war Zeit zur freien Verfügung und jeder konnte Heidelberg auf seine Weise unsicher machen und erforschen.
Im   20.   Jahrhundert   verfielen   die   US-Amerikaner   noch   mehr   dem   Heidelberg-Mythos   und   trugen   ihn   hinaus   in   die   Welt.   So kommt   es,   dass   auch   viele   andere   Nationalitäten   das   Heidelberger   Schloss   auf   ihren   Kurzreisen   durch   Europa   zu   den   wenigen Zwischenstopps   zählen.   Heidelberg   hat   zu   Beginn   des   21.   Jahrhunderts   jährlich   mehr   als   eine   Million   Besucher   und   etwa 900.000   übernachtungen.   Wichtigster   Anlaufpunkt   ist   laut   einer   Befragung   des   geografischen   Instituts   der   Ruprecht-Karls- Universität Heidelberg und das Schloss mit seinen Aussichtsterrassen. Das   Heidelberger   Schloss   zählt   heute   zu   den   landeseigenen   Monumenten   und   wird   von   der   Einrichtung   Staatliche   Schlösser und    Gärten    Baden-Württemberg “    betreut.    Zudem    ist    das    Schloss    nach    Angaben    der    Schlösserverwaltung    das    größte Fledermaus-Winterquartier in Nordbaden.
Fachleute   aus   ganz   Deutschland,   kamen   zu   der   Überzeugung,   dass   eine   völlige   oder   teilweise   Wiederherstellung   des   Schlosses nicht   in   Betracht   komme,   dagegen   eine   Erhaltung   des   jetzigen   Zustandes   mit   allen   Mitteln   zu   erstreben   sei.   Nur   der Friedrichsbau,   dessen   Innenräume   zwar   durch   Feuer   zerstört   waren,   der   aber   nie   Ruine   war,   sollte   wiederhergestellt   werden. Diese   Wiederherstellung   geschah   in   der   Zeit   von   1897   bis   1900   durch   Carl   Schäfer   mit   dem   enormen   Kostenaufwand   von 520.000 Mark. Umgerechnet entspricht dieser Aufwand inflationsbereinigt im Jahr 2019 ca. 3.700.000 €.
Es war ein wunderschöner Tag, der uns lange in Erinnerung bleiben wird.