UnsereersteFahrtdiesesJahrführteunszumWindbeutelbaronnachBerchtesgaden. Da beiunserenFahrtenimmeretwasKulturellesdabeiseinmuss,besuchtenwirzuersteine HammerschmiedeinBurghausen,wounseineFührungerwartete.Eshandeltesichhierum eineWaffenschmiede,dieerstmals1465schriftlicherwähntwurde.1516wardie BürgerrechtsvergabeundGenehmigungzurAusbungdesHandwerksdie"Schmiedeam Bach".DerOrtBurghausenentstandvermutlichzwischendem6.und8.Jahrhundertam FlussuferderSalzachalsZollstätteunterderBurg,diebiszum16.Jahrhundertzur längstenBurganlageEuropaserweitertwurde.IndemDorfbzw.ländlichenKleinstadtist kaumjemandgroßgeworden,ohnedasser/sieinseiner/ihrerKindheitdemSchmied öftersneugierigzugeschauthat.SelbstalsErwachsenerhatmannochdenGeruch verbranntenHorns,dasGlitzernkleinerSternebeimSchleifen,dieLustamprasselnden FeuerunddenverschiedenartigenKlangschwererHammerschlägesowiemanchengroben Fluchder"Eisenbändiger"ausdieserZeitinErinnerungbehalten.Mitdemersten HammerschlagwurdederBerufdesSchmiedesgeboren.Wo,dasweißbisheutenoch niemand genau, denn die Geschichte der Metallurgie reicht bis 9.000 v. Chr. zurück.
DerSchmiedzähltzudenältestenHandwerkenderWelt,derüberJahrtausendenichtsvonseinerFaszinationundAktualität verlorenhatundistsprichwörtlichimdeutschenSprachschatzverankert,wennman"Pläneschmiedet",heißtesheutenoch "jeder ist seines Glückes Schmied“.
MitUnterstützungvonVaterSeppWagenhoferbeganneineumfangreicheRenovierungderGebäudemitdemZiel,die Hammerschmiede weiter zu betreiben und somit auch diesen alten Berufsstand nicht aussterben zu lassen.
DasHärtenvonStahlbestehtauseinemErwärmenbiszueinerwerkstoffabhängigenTemperatur,demAufrechterhaltender TemperaturderWerkstückeundanschließendemraschenAbkühlen(Abschrecken)unterBeachtungderkritischen Abkühlgeschwindigkeit.AlsAbschreckmediendienenunteranderemWasser,Öl,Salzbad,LuftoderGase,z.B.Stickstoff(N2) oder, beim Härten im Vakuum, Argon (Ar).
DanachfuhrenwirweiterzuunseremeigentlichenZiel,demWindbeutelbaronnachBerchtesgadenindasGasthausCafé Graflhöhe, das für seine Windbeutel bekannt ist.
26.1.1844erwarbFranzX.StrasserdieSchmiedevonAnnaHagerunddasAnwesenfür900GuldenmitSchmiede-Gerichtsname.AusFurthbeiTittmoningstammend,hatteeram29.12.1843dasBürgerrechtinBurghausenerhalten.Danach übernahmseinSohnJosefStrasserdieSchmiedeundsogingesinderErbfolgeweiter,dessenSohnMaximilianStrasser, Hammerschmiedemeister,geb.1901,gest.1994.WeitergingesdannmitNachfolgerMaximilianStrasser,geb.1933,gest. 1997,ledigundkinderlos.Erst1997übernahmenStrassersNeffeFrankWagenhoferundseineFrauGerlindeinder6. Generation die Schmiede und leben dort bis heute mit Sohn Sebastian und Tochter Elena.ZumSchlussdersehrgutenFührungundDemonstrationenverteiltederSchmiedanallenocheinenKräuterschnapsundein von Ihnen gebrautes Bier.
EswarfürdieJahreszeiteinherrlichesWetterundwirkonntendenwunderbaren Ausblick auf die Berchtesgadener Bergweltgenießen, während wir den riesigen Windbeutel zu uns nahmen.
Dainca.2WochenOsternnahte,kamwieauchschonimletztenJahr,imBusderOsterhasevorbeiundbeschenktealle MitgliederundGäste,miteinemselbstgefärbtenOsterei.DerOsterhasehattediesmalganzfleißigeHelfer,dieinsgesamt250 Eiergefärbthatten;diesewurdenanschließenddadenMitreisendenverkauft.DerErlöskamderVereinskassezugute. Nochmal vielen Dank dafür.Es war eine sehr schöne Fahrt, an die wir uns lange erinnern werden.
LeiderkonntemaninderUmgebungnichtsWeiteresunternehmen,daderGasthofabgelegen,zwar sehr idyllisch auf 1.000 Metern Höhe am Obersalzberg in Berchtesgaden lag, so beschlossen wir, früher nach Hause zu fahren.