14.03.2026 Fahrt zum Windbeutelbaron nach Berchtesgaden
Unsere erste Fahrt dieses Jahr führte uns zum Windbeutelbaron nach Berchtesgaden.   Da bei unseren Fahrten immer etwas Kulturelles dabei sein muss, besuchten wir zuerst eine Hammerschmiede in Burghausen, wo uns eine Führung erwartete. Es handelte sich hier um eine Waffenschmiede, die erstmals 1465 schriftlich erwähnt wurde.1516 war die Bürgerrechtsvergabe und Genehmigung zur Ausbung des Handwerks die "Schmiede am Bach". Der Ort Burghausen entstand vermutlich zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert am Flussufer der Salzach als Zollstätte unter der Burg, die bis zum 16. Jahrhundert zur längsten Burganlage Europas erweitert wurde. In dem Dorf bzw. ländlichen Kleinstadt ist kaum jemand groß geworden, ohne dass er/sie in seiner/ihrer Kindheit dem Schmied öfters neugierig zugeschaut hat. Selbst als Erwachsener hat man noch den Geruch verbrannten Horns, das Glitzern kleiner Sterne beim Schleifen, die Lust am prasselnden Feuer und den verschiedenartigen Klang schwerer Hammerschläge sowie manchen groben Fluch der "Eisenbändiger" aus dieser Zeit in Erinnerung behalten. Mit dem ersten Hammerschlag wurde der Beruf des Schmiedes geboren. Wo, das weiß bis heute noch niemand genau, denn die Geschichte der Metallurgie reicht bis 9.000 v. Chr. zurück.
Der Schmied zählt zu den ältesten Handwerken der Welt, der über Jahrtausende nichts von seiner Faszination und Aktualität verloren hat und ist sprichwörtlich im deutschen Sprachschatz verankert, wenn man "Pläne schmiedet", heißt es heute noch "jeder ist seines Glückes Schmied“.
Bei hochwertigen Werkzeugen ist von Trockenschleifmaschinen abzuraten, nur mit dem "Nass-Schärfen" wird jede Gefahr des Verbrennens und der Diffusion verhindert. Das Nassschleifverfahren mit dem Naturstein wird seit Jahrhunderten in der Hammerschmiede betrieben.
Mit Unterstützung von Vater Sepp Wagenhofer begann eine umfangreiche Renovierung der Gebäude mit dem Ziel, die Hammerschmiede weiter zu betreiben und somit auch diesen alten Berufsstand nicht aussterben zu lassen.
Das Härten von Stahl besteht aus einem Erwärmen bis zu einer werkstoffabhängigen Temperatur, dem Aufrechterhalten der Temperatur der Werkstücke und anschließendem raschen Abkühlen (Abschrecken) unter Beachtung der kritischen Abkühlgeschwindigkeit. Als Abschreckmedien dienen unter anderem Wasser, Öl, Salzbad, Luft oder Gase, z.B. Stickstoff (N2) oder, beim Härten im Vakuum, Argon (Ar).
Danach fuhren wir weiter zu unserem eigentlichen Ziel, dem Windbeutelbaron nach Berchtesgaden in das Gasthaus Café Graflhöhe, das für seine Windbeutel bekannt ist.
26.1.1844 erwarb Franz X. Strasser die Schmiede von Anna Hager und das Anwesen für 900 Gulden mit Schmiede- Gerichtsname. Aus Furth bei Tittmoning stammend, hatte er am 29.12.1843 das Bürgerrecht in Burghausen erhalten. Danach übernahm sein Sohn Josef Strasser die Schmiede und so ging es in der Erbfolge weiter, dessen Sohn Maximilian Strasser, Hammerschmiedemeister, geb. 1901, gest. 1994. Weiter ging es dann mit Nachfolger Maximilian Strasser, geb. 1933, gest. 1997, ledig und kinderlos. Erst 1997 übernahmen Strassers Neffe Frank Wagenhofer und seine Frau Gerlinde in der 6. Generation die Schmiede und leben dort bis heute mit Sohn Sebastian und Tochter Elena. Zu m Schluss der sehr guten Führung und Demonstrationen verteilte der Schmied an alle noch einen Kräuterschnaps und ein von I hnen gebrautes Bier.
Es war für die Jahreszeit ein herrliches Wetter und wir konnten den   wunderbaren   Ausblick   auf   die   Berchtesgadener   Bergwelt genießen, während wir den riesigen Windbeutel zu uns nahmen.
Da in ca. 2 Wochen Ostern nahte, kam wie auch schon im letzten Jahr, im Bus der Osterhase vorbei und beschenkte alle Mitglieder und Gäste, mit einem selbst gefärbten Osterei. Der Osterhase hatte diesmal ganz fleißige Helfer, die insgesamt 250 Eier gefärbt hatten; diese wurden anschließend da den Mitreisenden verkauft. Der Erlös kam der Vereinskasse zugute. Nochmal vielen Dank dafür. Es war eine sehr schöne Fahrt, an die wir uns lange erinnern werden.
Leider konnte man in der Umgebung nichts Weiteres unternehmen, da der Gasthof abgelegen, zwar   sehr   idyllisch   auf   1.000 Metern Höhe am Obersalzberg in Berchtesgaden lag, so beschlossen wir, früher nach Hause zu fahren.